Sicherungsbrille Klettern – Entlastung für den Nacken & mehr Sicherheit beim Sichern
Sicherungsbrillen haben sich in den letzten Jahren von einem „Nerd‑Gadget“ zu einem festen Bestandteil vieler Kletterrucksäcke entwickelt – und das aus gutem Grund: Sie entlasten den Nacken deutlich und erhöhen gleichzeitig die Aufmerksamkeit und damit die Sicherheit beim Sichern.
Sicherungsbrille: Gewöhnungssache, aber es hat sich gelohnt
Seit ich eine Sicherungsbrille benutze, kann ich mir Sichern ohne sie kaum noch vorstellen. Wobei ich zugeben muss: Am Anfang war's echt gewöhnungsbedürftig.
Die ersten Male fühlte sich alles irgendwie komisch an, das Sichtfeld war mehr als seltsam, und ich hab mich ernsthaft gefragt, ob ich mich da jemals dran gewöhne. Hat dann doch ein paar Sessions gedauert, bis es Klick gemacht hat – aber seitdem will ich nicht mehr zurück.
Früher bin ich nach langen Klettersessions regelmäßig mit verspanntem Nacken nach Hause. Kennen wahrscheinlich viele: diese dumpfen Kopfschmerzen, die sich langsam hochziehen, die verhärtete Muskulatur.
Bei mir kommt noch dazu, dass ich migräneanfällig bin, und so ein „Sicherungs-Nacken" kann bei mir schnell kippen. Deshalb versuche ich wirklich, jede unnötige Belastung auf meinen Nacken und Schultern zu vermeiden.
Mit der Brille ist das zum Glück Geschichte. Mein Nacken ermüdet weniger, ich kann viel länger entspannt nach oben schauen, und ich merke auch, dass ich aufmerksamer bin – einfach weil ich nicht nebenbei gegen Verspannungen ankämpfe.
Vor allem wenn mein Kletterpartner länger an einer Route projiziert, macht sich das richtig bemerkbar.
Wobei, nicht bei jedem klappt das. Ich kenne tatsächlich Leute, die mit der Brille überhaupt nicht zurechtkommen und lieber Nackenschmerzen in Kauf nehmen.
Liegt wahrscheinlich an Augen-Besonderheiten wie Astigmatismus, hoher Kurzsichtigkeit oder Sensibilität für Bewegungsunschärfe durch die Prismen – manche bekommen Schwindel, Kopfschmerzen oder ein eingeschränktes Peripheres Sichtfeld, das sie als unangenehm empfinden.
Da kenne ich mich ehrlich gesagt nicht aus.
Aber wenn ich sie mal vergesse, merke ich sofort wieder, wie anstrengend das ständige Hochschauen ist. Weniger Schmerzen, weniger Migräne-Trigger, einfach komfortabler – das geb ich nicht mehr her.
Was ist eine Kletterbrille?
Eine Sicherungsbrille (oft auch Kletterbrille oder Prismenbrille genannt) ist eine spezielle Brille, die den Blickwinkel des Sichernden mithilfe von Prismen nach oben lenkt.
Statt den Kopf in den Nacken legen zu müssen, kann der Sichernde nach vorne schauen und sieht über die Prismen trotzdem den Kletternden an der Wand.
Funktionsweise der Prismen einer Sicherungsbrille
Das Prinzip ist eigentlich ziemlich clever: Die Gläser lenken das Licht von oben nach vorne um – so ähnlich wie bei einem Periskop. Du schaust geradeaus, siehst aber nach oben. Klingt erstmal komisch, funktioniert aber.
Was passiert da genau?
Die Prismenlinsen in der Brille sind speziell geschliffen. Wenn Licht vom Kletterer oben reinkommt, wird es im Inneren der Linse ein- oder mehrmals gespiegelt und dann nach vorne zu deinen Augen umgeleitet.
Das passiert durch sogenannte Totalreflexion – das Licht wird praktisch „um die Ecke geführt".
Das Ergebnis: Dein Kopf bleibt in neutraler Haltung, aber du siehst trotzdem klar nach oben.
Je nach Modell funktioniert das für Winkel von 60 bis 90 Grad – also für steile Hallenrouten, Überhänge und sogar Dächer.
Worauf kommt's beim Material an?
Hochwertige Prismen sind hell und klar. Du erkennst alles gut, auch wenn's in der Halle etwas dunkler ist.
Bei günstigeren Modellen kann das Bild manchmal etwas unscharf oder dunkler wirken – das merkst du aber schnell beim ersten Test.
Wichtig ist auch die Größe der Prismenlinsen: Größere Prismen geben dir ein breiteres Sichtfeld, kleinere sind kompakter, aber das „Fenster" nach oben ist dann schmaler.
Wie ist so eine Brille aufgebaut?
Ganz simpel:
Viele Modelle kannst du über deiner normalen Brille tragen, oder es gibt Clip-on-Varianten speziell für Brillenträger.
Probieren lohnt sich – jeder hat ein bisschen andere Vorlieben, was den Sitz angeht.
Warum eine Sicherungsbrille? – Typische Probleme beim Sichern
Wer regelmäßig in der Halle oder am Fels sichert, kennt das Problem: Der Kopf ist permanent in den Nacken gelegt, die Halswirbelsäule überstreckt und die Nackenmuskulatur steht dauerhaft unter Spannung.
Nacken- und Schulterschmerzen („Belayer’s Neck“)
Die unnatürliche Kopfhaltung beim Sichern – der Kopf permanent in den Nacken gelegt, Halswirbelsäule überstreckt, Kinn nach oben gereckt – führt häufig zu einer Kaskade biomechanischer Probleme, die unter dem englischen Begriff „Belayer’s Neck“ zusammengefasst werden.
Wann die Belastung eskaliert
Gerade bei langen Sicherungsphasen (z. B. Projektierer, die 20–45 Minuten an einem Zug arbeiten), überhängenden Routen (Winkel >30°, wo der Blick fast senkrecht nach oben muss) oder viel Traffic in der Kletterhalle (ständiges Nachschauen nach links/rechts) summiert sich die Belastung exponentiell.
Nach 30 Minuten ohne Pause liegt die Nackenmuskulatur oft schon bei 60–80% Maximalkraft – vergleichbar mit isometrischem Halten eines 10-kg-Gewichts am ausgestreckten Arm.
In solchen Szenarien sinkt nicht nur der Komfort, sondern auch die Sicherheitsrelevante Aufmerksamkeit: Der Schmerz lenkt ab, Reaktionszeiten verlängern sich um 20–50%, und das Seilmanagement wird schlampig (zu viel Slack oder blockiertes Einholen).
„Belayer’s Neck“ ist daher nicht nur ein persönliches Ärgernis, sondern birgt reale Risiken für Partner und dich selbst.
Abnehmende Konzentration beim Sichern
Wenn's im Nacken zieht, schaut man automatisch zwischendurch mal weg – den Kopf durchbewegen, kurz den Nacken massieren, eine kleine Augenpause einlegen. Kennt wahrscheinlich jeder.
Das Problem dabei: In genau diesen Momenten hast du den Kletternden nicht im Blick.
Wenn was passiert, reagierst du vielleicht eine Sekunde später. Oder du gibst unbewusst zu viel oder zu wenig Seil, weil du gerade nicht voll dabei bist.
Viele erfahrene Kletternde geben ehrlich zu, dass sie ohne Sicherungsbrille immer wieder diese kurzen „Nackenpausen" brauchen – auch wenn das aus Sicherheitssicht alles andere als ideal ist.
Die Schmerzen sind halt irgendwann stärker als die gute Absicht, durchgehend aufmerksam zu bleiben.
Vorteile der Sicherungsbrille: Entlastung für Nacken & mehr Sicherheit
Entlastung der Halswirbelsäule und Muskulatur
Der größte Vorteil ist eigentlich ganz simpel: Dein Kopf bleibt in einer normalen, entspannten Haltung.
Keine Dauerüberdehnung der Halswirbelsäule, keine verkrampfte Nackenmuskulatur, die stundenlang in einer unnatürlichen Position arbeiten muss.
Das Ergebnis: Verspannungen und Nackenschmerzen treten viel seltener auf oder sind deutlich schwächer.
Gerade wenn du oft sicherst – als Trainer, Routenbauer oder einfach weil du mehrmals die Woche in der Halle bist – kann das auf Dauer echt einen Unterschied machen. Dein Nacken wird's dir danken.
Mehr Konzentration und Aufmerksamkeit
Wenn du keine Schmerzen hast, kannst du dich einfach besser aufs Sichern konzentrieren.
Klingt logisch, ist aber wirklich so: Dein Blick bleibt konstanter oben, du nimmst kleine Details schneller wahr – wenn dein Kletterpartner unsicher wird, müde aussieht oder gleich zumacht.
Auch beim Seilmanagement macht sich das bemerkbar: Seil ausgeben, einholen, dynamisch halten – das läuft präziser, wenn du nicht nebenbei gegen Nackenschmerzen ankämpfst.
Mehr Komfort bedeutet hier direkt mehr Aufmerksamkeit. Und das ist am Ende einfach sicherer für die Person oben an der Wand.
Sicheres Sichern in steilen und vor allem überhängenden Routen
Besonders sinnvoll sind Sicherungsbrillen in:
Genau da müsstest du ohne Brille den Kopf extrem weit in den Nacken legen, um überhaupt noch was zu sehen – eine Position, die nach wenigen Minuten zu stechenden Schmerzen führt und deine Stabilität beeinträchtigt.
Mit Brille hast du den Kletternden klar im Blick, stehst aber selbst entspannt und stabil da, mit geradem Rücken und festem Stand.
Das ist ein echter Vorteil, wenn's um dynamische Stürze geht oder wenn du genau hinschauen musst, wie sich dein Partner durch schwierige Züge kämpft – du reagierst schneller auf kleine Fußtritte, Griffsuchen oder erste Ermüdungszeichen, ohne dass dein Nacken dich ablenkt.
Langfristige Gesundheit und Prävention
Auf Dauer kann „Belayer’s Neck“ – also die chronische Überlastung durch extremes Hochschauen beim Sichern – zu ernsten, langfristigen Problemen führen, die über das Klettern hinausgehen. Typische Folgen sind:
Verletzungsprävention
Was sind die häufigsten Kletterverletzungen? Ursachen, Prävention und Behandlung.
Einleitung Wachsende Beliebtheit des Klettersports Klettern boomt – und mit jedem neuen [...]
Sicherungsbrillen sind daher nicht nur ein Komfort-Tool für bequemeres Sichern, sondern ein echtes präventives Hilfsmittel für die langfristige Gesundheit des Bewegungsapparats.
Sie unterbrechen den Kreislauf aus Überlastung und Kompensation frühzeitig, sodass Kletterer wie ich auch mit zunehmendem Alter schmerzfrei aktiv bleiben können – eine Investition in Jahre ohne Nackenprobleme.
Mögliche Nachteile & Grenzen von Sicherungsbrillen
So praktisch Sicherungsbrillen sind, sie haben auch Grenzen und erfordern eine bewusste Anwendung.
Eingeschränktes Sichtfeld
Je nach Modell kann das Sichtfeld nach oben und zur Seite leicht eingeschränkt sein, weil die Prismen nur einen bestimmten, begrenzten Bereich abdecken – typischerweise ein Rechteck von 10–25 cm projizierter Breite, abhängig von Prisma-Größe und Abstand zum Auge.
Der Kletternde muss im „Prismenfenster“ bleiben, um gut sichtbar zu sein: Schaut er zu weit seitlich, nach unten oder außerhalb des Rahmens, verschwindet er aus dem Bild, und du musst den Kopf leicht anpassen oder direkt hinschauen.
Periphere Bewegungen oder andere Kletternde können etwas schwerer wahrgenommen werden, da das Prisma den Randbereich des Sichtfelds oft etwas verzerrt oder abdunkelt – besonders bei kleineren oder günstigeren Modellen.
Deshalb ist es wichtig, den Blick gelegentlich bewusst von den Prismen zu lösen und die Umgebung direkt zu scannen: Alle 1–2 Minuten 2–3 Sekunden geradeaus oder seitlich schauen, um Hallenverkehr, herabfallende Magnesiumwolken oder andere Gefahren nicht zu übersehen.
Nicht für jede Situation geeignet
In bestimmten Phasen ist es sinnvoll oder sogar notwendig, vorübergehend ohne Brille zu sichern, um maximale Sicherheit und Übersicht zu gewährleisten:
Viele erfahrene Kletternde empfehlen, die Brille erst nach den ersten ein bis drei Exen aufzusetzen – sobald der Kletternde nicht mehr in potenzieller Bodennähe ist. Ab da sind Stürze zwar möglich, aber kontrollierbar, und der Komfortvorteil der Brille überwiegt klar.
Eingewöhnungszeit
Für die meisten ist die Nutzung einer Sicherungsbrille zunächst ungewohnt, da das Gehirn den „umgeleiteten“ Blick erst verarbeiten muss – das Bild kommt quasi aus einer unerwarteten Richtung, was die Tiefenwahrnehmung und Augenmuskulatur vorübergehend fordert.
Manche fühlen sich am Anfang minimal desorientiert oder unsicher: Das Prisma-Bild wirkt leicht verzögert oder „flach“, und es braucht bewusste Kopfjustierung, bis der Kletterer optimal im Fenster sitzt.
Nach einigen Sicherungsvorgängen – oft schon nach 2–5 Routen – tritt meist Routine ein, und die Brille wird als selbstverständlich erlebt: Das Gehirn passt sich an, die Wahrnehmung wird scharf und natürlich, als wäre sie nie anders gewesen.
Eine kurze Eingewöhnungsphase mit einfachen Routen (z. B. 5. Grad) und in ruhiger Umgebung – wie einer leeren Halle oder am Fels ohne Publikum – ist daher sinnvoll, um Vertrauen aufzubauen und Frustration zu vermeiden.
Für wen lohnt sich eine Sicherungsbrille besonders?
Grundsätzlich kann jede Person, die regelmäßig sichert, von einer Sicherungsbrille profitieren.
Besonders empfehlenswert ist sie für:
Viele ältere oder langjährige Kletternde berichten, dass Sicherungsbrillen ihnen ermöglichen, weiterhin ohne dauerhafte Beschwerden aktiv zu sichern und zu klettern.
Sicherungsbrille für Brillenträger
Viele Kletterer tragen eine Alltagsbrille – und auch für sie sind Sicherungsbrillen bestens nutzbar. Hersteller haben gezielte Lösungen entwickelt, die Komfort und Sicherheit vereinen.
Over-Glasses-Modelle: Über der Brille tragen
Die Standardlösung sind Over-Glasses-Sicherungsbrillen, die wie eine Zweibrille über deiner normalen Brille sitzen. Lange, flexible Bügel passen sich an dein Brillengestell an, die Prismen beginnen oberhalb deiner Unterbrille, sodass dein normales Sichtfeld frei bleibt. Anpassbare Nasenpads verhindern, dass das Gesamtgewicht auf der Nase lastet.
Vorteil: Du behältst deine gewohnte Brille und setzt die Sicherungsbrille einfach darüber. Bei sehr dicken Brillengläsern kann minimal die Schärfentiefe beeinflusst werden – ein kurzer Test zeigt, ob es stört.
Clip-on-Sicherungsbrillen: Direkt am Gestell
Für minimalistische Nutzer sind Clip-on-Varianten die smarte Wahl. Die Prismenmodule werden direkt auf dein Brillengestell geklippt oder magnetisch befestigt – kein separates Gestell nötig. Oft unter 30 g leicht, in Sekunden abnehmbar und besonders praktisch bei progressiver Brille.
Worauf du achten solltest
Bei starker Kurzsichtigkeit (> -4 Dioptrien) kann das Prisma-Bild leicht unscharf wirken. Doppeltes Glas erhöht das Risiko für Beschlagen – Antifog-Beschichtung und regelmäßiges Abwischen helfen. Bei langen Sessions kann das Doppelgestell schneller rutschen – Fixierung mit extra Nasenpads oder Stirnband stabilisiert.
Wichtig: Teste in der Halle mit deiner Alltagsbrille, bevor du kaufst. Mit der richtigen Kombi wird die Sicherungsbrille zum unverzichtbaren Tool – Nackenentlastung ohne Kompromisse bei der Sehkraft.
Wichtige Kaufkriterien für eine Sicherungsbrille
Bei der Auswahl einer Sicherungsbrille spielen Komfort, Sicht und Kompatibilität eine große Rolle.
Passform & Tragekomfort
Eine gute Sicherungsbrille sollte:
Wenn du viel schwitzt oder lange sicherst, sind rutschfeste Oberflächen und eine solide Verarbeitung Gold wert.
Sichtfeld & Prismagröße
Die Prismengröße bestimmt, wie groß dein „Fenster" nach oben ist. Größere Prismen geben dir mehr Überblick, sind aber etwas schwerer.
Kleinere Prismen sind leichter und unauffälliger, du musst deinen Blick dafür aber genauer ausrichten. Am Ende ist es eine persönliche Abwägung zwischen Sichtfeld, Gewicht und was sich für dich gut anfühlt.
Kompatibilität mit normaler Brille
Als Brillenträger solltest du checken, ob die Sicherungsbrille über deine normale Brille passt (Over-Glasses-Design) oder ob es spezielle Clip-on-Modelle gibt, die du direkt an deiner Brille befestigen kannst.
Stabilität & Transport
Da die Brille meistens im Rucksack oder Chalkbag landet, sind ein stabiles Etui und robuste Verarbeitung wichtig. Viele Hersteller liefern ein Hardcase mit, oft auch ein Reinigungstuch und manchmal ein Umhängeband.
Preis-Leistung
Die Preisspanne ist ziemlich breit – von günstigen Einstiegsmodellen bis zu hochwertigen Markenbrillen.
Für gelegentliche Hallensessions reicht ein günstigeres Modell oft völlig aus. Wenn du aber sehr viel sicherst, lohnen sich bessere Materialien, mehr Komfort und langlebigere Qualität definitiv.
FAQ Sicherungsbrille Klettern
Eine Sicherungsbrille ist eine spezielle Prismenbrille, die den Blick des Sichernden nach oben umlenkt, ohne dass dieser den Kopf in den Nacken legen muss.
Damit kann der Kletterpartner kontinuierlich beobachtet werden, während die Halswirbelsäule in einer neutralen Position bleibt.
Die Brille nutzt prismatisch geformte Gläser, die das einfallende Licht so umlenken, dass das Bild von oben nach vorne projiziert wird.
Das geschieht durch Brechung und Reflexion im Inneren der Prismen, ähnlich wie bei einem Periskop – nur miniaturisiert direkt vor den Augen.
Ja, zahlreiche Erfahrungsberichte und Fachartikel beschreiben, dass Sicherungsbrillen Nackenschmerzen deutlich reduzieren oder ganz verhindern können.
Da der Kopf nicht mehr dauerhaft überstreckt wird, werden Muskulatur und Halswirbelsäule entlastet, was Verspannungen und Schmerzen vorbeugt.
Ja, in vielen Situationen erhöht eine Sicherungsbrille die Sicherheit beim Klettern deutlich, weil der Kletternde länger und konstanter im Blickfeld bleibt – ohne dass Schmerzen oder Ermüdung den Fokus unterbrechen.
Der Sichernde kann auf subtile Bewegungen, Unsicherheiten (z. B. Zögern am Fußzug, Griffsuchen) oder beginnende Stürze schneller reagieren: Statt den Kopf zu bewegen und Sekunden zu verlieren, nimmst du Veränderungen direkt im Prisma-Fenster wahr und gibst Seil aus oder blockierst präzise.
Das Seilmanagement wird dadurch präziser gesteuert – weniger Slack bei dynamischen Moves, besseres Timing beim Einholen, insgesamt reaktionsschnellere Partnerschaft, die Unfälle minimiert.
Ja, insbesondere in Bodennähe solltest du auf eine direkte Sicht achten – hier sind Stürze unkontrollierbar und oft direkt auf den Boden gerichtet, wo du jede Nuance (Fußtritte, Balance, Chalk, Matten) präzise im vollen Sichtfeld brauchst.
Empfohlen wird, die ersten Meter (z. B. die ersten zwei bis drei Exen) ohne Brille zu sichern: In dieser Phase clipst du die untere Ex, spottest bei Bedarf und beobachtest den Einstieg genau, wo das Prisma verzerrt oder das Sichtfeld zu eng wäre. Erst danach – wenn der Kletterer 3–5 m hoch ist und Stürze gefedert werden können – setzt du die Brille auf.
So kombinierst du maximale Sicherheit in der kritischen Zone mit Komfort für den Rest der Route – eine bewährte Strategie vieler Profis und Routenbauer.
Je nach Modell kann das Sichtfeld nach oben durch die Größe der Prismen etwas begrenzt sein.
Daher ist es wichtig, regelmäßig bewusst auch außerhalb der Prismen in die Halle oder an den Fels zu schauen, um andere Kletternde und die Umgebung wahrzunehmen.
Die meisten Sichernden berichten von einer kurzen Eingewöhnungszeit über einige Sicherungsvorgänge.
Anfangs kann das „indirekte“ Sehen ungewohnt sein, doch bereits nach wenigen Sessions wird der Umgang damit meist als sehr natürlich empfunden.
Ja, viele Modelle sind so konstruiert, dass sie über einer normalen Alltagsbrille getragen werden können – die Bügel sind flexibel und lang genug, die Gestellform passt sich an, ohne zu drücken oder das Sichtfeld der Unterbrille zu blockieren.
Alternativ gibt es spezielle Clip-on-Sicherungsbrillen, die direkt an die vorhandene Brille angesteckt werden: Kleine Magnet- oder Klemmclips befestigen die Prismenmodul oben auf dem Gestell deiner Dioptrienbrille, was platzsparend und stabil ist – ideal, wenn du unterschiedliche Stärken für Ferne und Nähe hast.
Beide Varianten erfordern einen kleinen Testlauf, um sicherzustellen, dass der Sitz bequem bleibt und das Prisma-Bild nicht durch die Unterbrille verzerrt wird.



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